So schreibt RP-Online. Er wird wahrscheinlich extrem heiß, weil Dessous-Hersteller Triumph schon das u ausgezogen hat.

Es gibt Tippfehler, die sind einfach nur süß.
Wie dieser hier zum Beispiel, gefunden bei federwelt.

Dieses Software-Angebot aus dem Newsletter von winload.de sollte sich wirklich niemand entgehen lassen.


Die 'Tour de Menü Gusto', eine Reise durch 47 Düsseldorfer Restaurants, hat den RP-Online Redakteuren in diesem Jahr möglicherweise so gut gefallen, dass sie danach ein wenig ruhen mussten. Nachdem sie die Speisen "auf Herz und Nieren" geprüft hatten, was ja eine gelungene Metapher bei metzgerischen Erzeugnissen ist, schwächelten sie etwas beim Testergebnis und den Namen der 5 Sieger.

Immerhin drei davon waren aber fehlerfrei geschrieben. Gratulation!
Dass das Restaurant im Hotel InterConti tatsächlich 'Caliga' heißt, fällt nicht weiter ins Gewicht. Sternekoch Sönke Höltgen und seine Gäste lesen RP-O vielleicht nicht.
Interessant wird's beim 'La Castagnas', einer italienischen Trattoria auf der Roßstraße. Sie schreibt sich - laut Website von heute - tatsächlich mit s, obwohl man die Kastanie, wenn sie in Padua vom Baum fällt, nur la castagna, pl. le castagne nennt.
Hier freut sich der Lektor, während der Italienisch-Übersetzer grübelnd in den Keller geht, um nach den Castagnetten zu suchen.
Ja, ich weiß, ich bin pingelig.

So schicki-micki sind die Düsseldorfer!
Wer schreibt, der weiß um die Bedeutung von bildhaften Verben. Auch der neue (?) Praktikant(?) in der RP-Online Sportredaktion hat das schnell gelernt:

Eisschnellläufer zerfleischen sich!
Sofort höre ich messerscharfe Kufen über Eis kratzen, sehe eiskalt blitzenden Stahl, der sich in schwellende Oberschenkel bohrt ...
Dann folgt die Ernüchterung Erleichterung: Der Norweger Harvard Bökko attackiert seine gesperrte Trainingskollegin Claudia Pechstein zwar scharf, aber die Läufer zerfleischen sich nur „richtiggehend verbal". Sagt jedenfalls der Redakteur.
Richtiglaufend - hätte mir auch gefallen. Oder richtigeislaufend? Wie unflexibel die deutsche Sprache doch sein kann. Nicht jedoch der RPO-Redakteur. Der nimmt hier erst richtiggehend Fahrt auf:
Der einst von den Boulevardmedien hochgejazzte "Zickenkrieg" mit Anni Friesinger ist nichts gegen die Schlacht mit Worten, die jetzt tobt. Tiefes Misstrauen spaltet die Szene im Eis-Oval!
Ich bin beeindruckt.
Noch ein weiteres bildstarkes Beispiel zum Thema bildhafte Verben, diesmal RPO zum Weltmeisterkampf der Schwergewichtsboxer:

Den Ausschnitt des jagenden Baumfällers Haye habe ich wegen der besseren Lesbarkeit mal etwas größer gefasst, liebe Frauen.
Innerhalb von 24 Stunden bietet RPO übrigens vier verschiedene Schreibweisen für den Namen des Unterlegenen an, zum Teil auf derselben Seite:
Nicolai Valuev
Nicolaj Valuew
Nikolai Walujew
Nicolai Walujew
Bestimmt liegt's daran, dass der Mann aus Russland stammt, der Heimat von Peter Tschaikowski und Peter Tchaikovsky und Peter Tchaikowsky. Die drei waren keine Boxer, haben aber zusammen die Nussknacker-Suite verfasst.
Noch ist niemandem aufgefallen, dass ein praktisches und elegantes Wort in der deutschen Sprache fehlt: die Täschung.
Als Verb: täschen, täschte, getäscht.
Wer täscht, hat viel schneller 'etwas in eine Tasche gesteckt', (gelegt, getan, gepackt, eingepackt, hinein gelegt), als es irgendein anderer Begriff verdeutlichen könnte.
Hast du dein Handy getäscht? Darf ich die Einkäufe für Sie täschen?
Es muss sich nicht unbedingt um radioaktives Material handeln, so wie hier in RP-Online erwähnt. Alles, was sich tragen lässt, gilt als täschbar.
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Seit ich es zum ersten Mal gelesen habe, möchte ich das Wort nicht mehr missen.
So kurz, so prägnant! Und die Engländer haben's auch schon: attäched.
Erst nachdem die letzten Gäste eines großen Banketts gegangen waren, wurde in einem Düsseldorfer Nobel-Restaurant das handgeschriebene Schildchen entdeckt. Es hatte den ganzen Abend als Information an einem Speisenwärmer gestanden:
Niemand wollte es geschrieben haben, weder im Service noch in der Küche.
Der Koch, der mir die Geschichte erzählte, vermutete, es sei der einzige Vegetarier in der Küchenbrigade gewesen. „Der Kerl hasst Fleisch."
Körner scheint er aber auch nicht besonders zu mögen.
Heute fand ich einen Zettel unter meinem Scheibenwischer.

Eigentlich wöll ich mein Auto nicht verkaufen.
Nur der Gedanke, "Ja, ich wöll!" zu sagen, ist irgendwie verlockend.
Während ich mich oft bemühe, 4 (vier) untereinander liegende
Trennungen aufzulösen, zeigt RP-Online, wie frei und ungezwungen
sich Typographie ohne schädlichen Lektoreneinfluss zurechtschlängeln
kann:

4 mal Bahn - fast so schön wie ein Gedicht. :)